Buchpräsentation „bei goethe ist stop“
Norbert C. Kasers Brixner Rede aus dem Jahr 1969
Roland INNERHOFER (Germanist) und der Herausgeber Matthias BREIT präsentieren das Buch mit einem Ausschnitt aus dem Mittschnitt von Kasers Rede im August 1969.
Rainer EGGER liest Lyrik, Prosa und Briefe von Norbert C. Kaser.
Präsentation der Zeitschrift Zwischenwelt (Nr. 4, 2025):
Theodor Kramer Preis 2025 / Exil in Österreich 1918–1938
Mit: Peter ROESSLER, Hellmut BUTTERWECK, Robert STREIBEL, Alexia WEISS, Marianne WINDSPERGER, Christoph REINPRECHT, Katrin SIPPEL, Christina WIEDER und Benjamin GRILJ.
Maria PRIELER-WOLDAN: „Das Selbstverständliche tun. Die Salzburger Bäuerin Maria Etzer und ihr verbotener Einsatz für Fremde im Nationalsozialismus.“ (Studien Verlag)
Mit einem Nachwort von Brigitte MENNE.
Maria ETZER (1890–1960) geriet 1943 nach Denunziation aus dem engsten Umfeld in die Fänge der NS-Diktatur. Wegen „verbotenen Umgangs“ mit französischen Kriegsgefangenen wurde sie zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und konnte nach ihrer Entlassung 1945 jahrelang nicht in ihr Heimatdorf Goldegg zurück. Die „Schande“ blieb an ihr haften, wie auch an anderen Frauen, die ähnlichen „Vorwürfen“ ausgesetzt waren. Um eine Entschädigung aus der Opferfürsorge hat sich die katholische Bergbäuerin und Hitlergegnerin erfolglos bemüht: Sie habe sich „nicht für ein freies und demokratisches Österreich eingesetzt …“ Am Beispiel von Maria ETZER wird das Schicksal einer bislang vergessenen und tabuisierten Opfergruppe aufgezeigt und ein Konzept von weiblichem Widerstand als Lebenssorge für Fremde entworfen.
Musikalische Begleitung: Rüdiger REISENBERGER, anschließend kleiner Umtrunk.
Maria PRIELER-WOLDAN, Soziologin und historische Sozialforscherin, Linz.
Brigitte MENNE, Enkelin von Maria ETZER und Verfasserin des Nachwortes, Wien.
Am 26. 9. 2018 hätte Ilse Maria ASCHNER ihren 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass findet ein Erinnerungsabend im RC statt.
Bisher haben folgende Teilnehmer_innen zugesagt, einen kurzen Textbeitrag zu lesen: Susanna SCHWARZ-ASCHNER, Vera SCHWARZ, Ruth ASPÖCK, Hahnrei Wolf KÄFER, Andrea PAULI, Thomas RÖMER, u.a.
Ilse Maria ASCHNER (IMA) wurde als Ilse Maria RÖMER in Wien geboren, Volksschule, Gymnasium, Bund sozialistischer Mittelschüler, 1937 Matura. Universität Wien: Germanistik und Kinderpsychologie, April 1938 als Jüdin weiterer Zugang zur Universität verwehrt. 13. März 1939: Flucht nach England, Pfarrhaus in Yorkshire, sie erlernt innerhalb weniger Monate Englisch. 1942 Übersiedelung nach Manchester, sie begegnet ihrem späteren Mann Peter und wird Mitglied der KPÖ. 1946 Rückkehr nach Österreich, 1947 Geburt ihrer Tochter Susanna. Ab 1950 in Linz Sekretärin des Bundes Demokratischer Frauen Oberösterreich (KPÖ), 1956 Geburt ihres Sohnes Georg. Ab 1958 in Prag, Redakteurin beim tschechoslowakischen Rundfunk – Sendungen für Österreich, 1962 Rückkehr nach Wien. Als Journalistin bei „Stimme der Frau“, September 1969 Austritt aus der KPÖ. Redaktionsarbeit und Sekretärin im NEUEN FORUM, macht sich für den Zivildienst stark. 1978 bis 1988 Sekretärin der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV), 1980 Geburt von Vera Schwarz, 1982 Geburt von Petra Schwarz, Enkelinnen von IMA. 1986 Waldheim-Affäre: Eintritt in den Republikanischen Club – Neues Österreich, dort langjähriges Vorstandsmitglied. Ab 1992 im Ersten Wiener Lesetheater und Zweiten Stegreiftheater, dort auch im Vorstand. Liebt junge Menschen, Literatur und Katzen über alles. Stirbt am 10. Oktober 2012 in Wien.
„BEFREIUNGSKIND – Die lange Suche nach dem russischen Vater“
Von und mit Eleonore DUPUIS (Edition Liaunigg)
Eleonore DUPUIS erzählt spannend und informativ die fast zwanzig Jahre dauernde Suche nach ihrem Vater. Auf zahllosen Reisen nach Russland sucht sie seine Spuren. Dass ein Erfolg nicht unmöglich ist, zeigen die Geschichten anderer Befreiungskinder, wie DUPUIS sie nennt. Sie selbst kommt durch die Suche den Menschen in Russland, ihrer Sprache, ihrer Kultur und damit auch der Welt ihres Vaters näher.
Eleonore DUPUIS wird unterstützt von drei weiteren Besatzungs-
/Befreiungskindern:
Hanni FASSLER,
Waltraud GARTNER,
Tatjana HERBST, die gerne Fragen zu ihren persönlichen Schicksalen beantworten.
Peter WEINBERGER (Österreichisches Literaturforum)
Einleitung und Moderation: Ruth WODAK
Es lesen: Rubina MÖHRING
und Peter WEINBERGER.
Der freiberufliche Journalist Alois Wolletz versucht, motiviert durch die politischen Entwicklungen in der jüngsten Zeit, seine seinerzeitige Tätigkeit als Kolumnenschreiber während der ersten blau-schwarzen Periode in Österreich, wieder aufzunehmen. Er findet, dass sehr oft selbst betont sarkastische Glossen von der Wirklichkeit eingeholt werden und eigentlich nur mehr absurde Geschichten dieser entsprechen. Ein Kaleidoskop der Hinterfotzigkeit bietet ihm die scheinbar immer mehr nach rechts tendierende Gesellschaft: Politisch geförderte Dumpfheit, Fremdenfeindlichkeit und Sozialneid bestimmen die Bilder seines Kaleidoskops. Die eigentliche fast Kriminalroman ähnliche Handlung des Buches vermischt sich mit seinen Glossen, seinen Ängsten und den „discorsi“.
Ruth WODAK: Em. Univ. Prof., Sprachsoziologin und Diskursforscherin; Wittgenstein-Preisträgerin 1996; Forschungsschwerpunkte: Identitätspolitik; Vorurteilsforschung; Rechtspopulismus. Weitere Infos unter: http://www.lancaster.ac.uk/linguistics/about-us/people/ruth-wodak
Peter WEINBERGER: Em. Univ. Prof., Physiker und Autor, lebt und arbeitet in Wien und New York. Weitere Infos unter: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Peter_Weinberger
Rubina MÖHRING: freie Autorin und Journalistin, Vizepräsidentin der internationalen Menschenrechtsorganisation Reporters sans Frontières International.
für das Waldheim Holzpferd des Republikanischen Clubs – Neues Österreich
Mit: (kurzen) Ansprachen, Buffet
und Musik: Arye Wachsmuth (ReadyOrNot – Sounds from the 80’s and early 90’s)
Mitte November 2018 kommt das Waldheim Holzpferd des Republikanischen Clubs – Neues Österreich, nach einer Skizze von Alfred HRDLICKA für 1,5 Jahre in die Ausstellung „Österreich 1918 – 2018“ in das Haus der Geschichte. Die Auseinandersetzung rund um Kurt Waldheims NS-Vergangenheit markierte einen Wendepunkt in Österreich…. Was vor über 30 Jahren das Land umtrieb, wirkt bis heute fort…
Ausgehend vom Satz des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz, im Frühjahr 1986, „Ich stelle fest, dass Kurt Waldheim nie bei der SA war, sondern nur sein Pferd“, hatte Kuno KNÖBL die Idee für ein Holzpferd, als Symbol für eine Bewegung, die sich um die Aufhellung der verdrängten und weitgehend verleugneten NS-Vergangenheit in Österreich bemühte. Eine Wiener Bühnenwerkstätte fertigte, nach einer Skizze von Alfred HRDLICKA, im Auftrag der Gruppe „Neues Österreich“ ein Holzpferd, das von Manfred DEIX mit einer SA Kappe bemalt wurde. Es sollte Waldheim bei all seinen Auftritten und Reisen begleiten. Einzig Waldheim reiste nicht viel. 1987 kam er auf die „Watchlist“ auf Grund seiner unklaren Haltung zu seiner eigenen Vergangenheit. Das Holzobjekt stand zwischenzeitlich in Kuno Knöbls Anwesen im „Fischapark“. Seit 1998 lehnt es, zerlegt, als ständiges Objekt, in den Räumen des Republikanischen Clubs – Neues Österreich, in der Rockhgasse 1, 1010 Wien. Von dort aus geht es, zeitlich befristet, zu Ausstellungen, zuletzt 2016 ins Wien Museum. Das kleine Modell (80 Zentimeter) steht in einer Dauerausstellung des JMW.
Weitere Texte zur Entstehungsgeschichte des Holzpferdes und des RC können auf unserer Homepage unter https://repclubdev.furiosys.at/geschichte/ nachgelesen werden.
Im Oktober 2018 kommt auch der ausgezeichnete Film „WALDHEIMS WALZER“ von Ruth BECKERMANN in Wien in die Kinos. Näheres dazu siehe http://www.waldheimswalzer.at/de/
Viktor Orbáns dystopische Erzählungen über Europa und „sein Ungarn“ als kleine Utopie.
Die Regierungsjahre Orbáns fallen wohl nicht zufällig mit den „Krisenjahren“ der Europäischen Union (oder vielmehr mit einem dystopischen Krisengefühl innerhalb dieser) zusammen. Finanz-, Schulden-, Flüchtlings- und Identitätskrise: Aus diesem Gemisch zieht der ungarische Ministerpräsident die Motive seiner Politik. Europa sei im Begriff Selbstmord zu begehen, Nationen würden verschwinden, das Christentum sei im Niedergang begriffen, Ungarn und andere westliche Länder seien im Belagerungszustand – manipuliert durch internationale Finanzspekulanten und bedroht durch gelenkte Migrationsströme. Motive, die seiner im April wiedergewählten Regierung als Vorwand dienen, um politischen Gegnern mittlerweile offen zu drohen und auch die letzten Überbleibsel einer liberalen Demokratie auszumerzen. „Sein Ungarn“ wird Orbán dabei zum Gegenmodell und zu einem utopischen Hoffnungsort.
Die Philosophin Ágnes HELLER dagegen gehört zu den prominenten Kritikerinnen des Systems Orbán und fügt dabei ein weiteres „Widerstandskapitel“ an ihre, an widerständigem Handeln und Denken nicht arme, Biografie. Als Kind überlebt sie durch Glück, Zufall aber auch Schläue die Shoah in Budapest, sie wird Schülerin des damals als „Rechtsrevisionisten“ verrufenen George Lukács und verlässt Ungarn schließlich 1977 in das australische Exil aufgrund des gleichen, nun gegen sie gerichteten, Vorwurfs. Heller nahm an der ungarischen Revolution von 1956 teil und beeinflusste „mit und gegen Marx“ linke Diskurse im Zuge der 68er-Bewegungen. Heute ist sie eine der bekanntesten zeitgenössischen Philosoph_innen und bestimmt mit ihren provokanten Thesen nicht nur die philosophischen, sondern auch die politischen Debatten.
„REISEN ZU VERLORENEN NACHBARN. Die Juden von Wiesmath“ (Löcker Verlag, 2017) von Lorenz GLATZ
Lorenz GLATZ erzählt von den drei jüdischen Familien des Dorfes seiner Herkunft. In seiner Kindheit waren die Juden „fort“, aber „sie haben überlebt“. Die Nazis auch, aber die waren da. Und das Schweigen, die Lügen, die Beschönigung und das Weitermachen. In den USA stieß er nach Jahrzehnten unerwartet auf die Spur der Familie aus dem Nachbarhaus. Er reiste mit seiner Frau Hedwig zu den noch lebenden vier betagten Frauen und ihren Familien nach Israel, New Jersey, Kalifornien und Florida. Ihre Erlebnisse dort und die Erzählungen der Besuchten von ihrem Leben, der Beraubung, Drangsalierung und Flucht, von Tod und Entkommen und vom Weiterleben an den Orten der Zuflucht machen das Buch. Geschichten, die nicht vergessen werden sollen, denn „wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
Lorenz GLATZ, geb. 1948, Ex-Lehrer für Latein und Griechisch, Mitglied der Redaktion der „Streifzüge. Magazinierte Transformationslust“
Wohin führen uns die Überwachungspakte und die geplanten Gesetzesverschärfungen, sowie Drohungen u.a. gegen Journalist_innen? In eine illiberale Demokratie?
Diskussion mit:
Petra BAYR (NR Abg., Mitglied im Justizausschuss u.a.),
LICRA – Ligue Internationale Contre le Racisme et l'Antisémitisme – Österreich Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus 1010 Wien, Rockhgasse 1 www.repclub.at/licra licra.oesterreich2(AT)gmail.com Die LICRA in Österreich Die Mutterorganisation wurde 1928 in Paris gegründet, damals noch mit dem Namen LICA (Ligue Internationale Contre l’Antisémitisme), und zwar zu einer Zeit, in der Antisemitismus in Europa […]