Mittwoch, 28. Jänner 2026, im RC; Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
FILMABEND im RC
Leonhard PLAKOLM, ein langjähriger Freund von Peter BETTELHEIM hat 2007 – im Zuge einer Doku über Gustav Glaser – ein längeres Interview/Gespräch mit Peter Bettelheim geführt. Darin geht es um dessen Werdegang: Emigrantenkind, Schule in Wien, FÖJ, Studium und Kritische Linguistik; um die Wiener 68er und auch Gustav Glaser; um die sog. Uni-Ferkelei und Folgen, die Spaltung in dogmatische Gruppen und weiter bis herauf zu einst aktuellen Auseinandersetzungen; auch um den österreichischen Antisemitismus.
Peter Bettelheim ist in Gestik und (rauer) Stimme präsent. Der Videofilm dauert genau 1 Stunde.
Dienstag, 27. Jänner 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
„LÜGE UND WAHRHEIT“
von Claudia ERDHEIM
Präsentation des Essaybandes (Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft)
Claudia ERDHEIM präsentiert die zwei Essays:
„Verteidigungsstrategien von österreichischen NSDAP-Mitgliedern nach dem Krieg“ und „Hannah Arendts wundersame Liebe zu Martin Heidegger“. Im ersten Essay wird anhand zweier Beispiele gezeigt, mit welchen Lügen und irren Argumenten NSDAP Mitglieder versucht haben, den Sanktionen wie z.B. Sühneabgaben oder Berufsverbot zu entgehen. In dem zweiten Essay geht es um Arendts trotz aller Kritik und Einsicht bis zum Schluss ungebrochene Liebe zu Heidegger.
Moderation: Gerhard OBERSCHLICK
Claudia Erdheim, geboren 1945 in Wien. Studium der Philosophie und Logik. Von 1984 bis 2005 Lehrbeauftragte am philosophischen Institut der Universität Wien. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Seit 1984 zahlreiche Buchveröffentlichungen.
Montag, 19. Jänner 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
Präsentation der Zeitschrift Zwischenwelt (Nr. 4, 2025):
Theodor Kramer Preis 2025 / Exil in Österreich 1918–1938
Mit: Peter ROESSLER, Hellmut BUTTERWECK, Robert STREIBEL, Alexia WEISS, Marianne WINDSPERGER, Christoph REINPRECHT, Katrin SIPPEL, Christina WIEDER und Benjamin GRILJ.
Der „THEODOR KRAMER PREIS 2025“ erging an Alexia WEISS und Hellmut BUTTERWECK.
„Meine früheste politische Erinnerung ist der 12. Februar 1934. Es war der erste Einbruch der Politik in meine Kinderwelt, indem das elektrische Licht plötzlich wegblieb und die Großmama eine alte Petroleumlampe hervorholte.“ (Preisrede, Hellmut Butterweck)
„Ich habe mich in den mittlerweile fast zwei Jahren seit dem 7. Oktober dafür entschieden, mich in kein inneres Exil zu begeben und weiterhin das zu schreiben, was mir wichtig ist. Dazu gehört aktuell vor allem, auf den massiven Antisemitismus hinzuweisen, der auch in Bereichen aufpoppt, in denen ich ihn nicht mehr vermutet hätte.“ (Preisrede, Alexia Weiss)
EXIL IN ÖSTERREICH 1918–1938:
In der Zwischenkriegszeit war Österreich Zufluchtsland für verfolgte Personen aus zahlreichen europäischen und vor allem osteuropäischen Ländern, unter ihnen viele Intellektuelle, Schriftstelleri:nnen, Journalist:innen und Politiker:innen. Diesem Exil, das eine vielfältige und vor allem in kultureller Hinsicht ungemein produktive Diaspora-Landschaft hervorgebracht hat, widmete die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge) 2023 ihre Jahrestagung. Der von Christoph Reinprecht und Katrin Sippel kuratierte Schwerpunkt der Zeitschrift Zwischenwelt (4/25) versammelt nun sieben der Tagungsbeiträge.
Freitag, 16. Jänner 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19.30 Uhr
Buchpräsentation „bei goethe ist stop“
Norbert C. Kasers Brixner Rede aus dem Jahr 1969
Roland INNERHOFER (Germanist) und der Herausgeber Matthias BREIT präsentieren das Buch mit einem Ausschnitt aus dem Mittschnitt von Kasers Rede im August 1969.
Rainer EGGER liest Lyrik, Prosa und Briefe von Norbert C. Kaser.
Seine Brixner Rede, die der 1978 mit 31 Jahren verstorbene Norbert C. Kaser am 27. August 1969 bei der Studientagung der Südtiroler Hochschülerschaft hielt, wird nicht zu Unrecht immer wieder als Geburtsstunde der neuen Südtiroler Literatur bewertet. Denn Kaser Rede ließ es nicht an Klarheit mangeln: „Bei Goethe ist stop. Goethe, die große Warntafel an der Kreuzung nach Süden … So sind unsere Dichter, so ist auch unser Dichterbild : verlogen, verkitscht und kraftlos. Gesänge an die Abendsonne im Bozner Talkessel, Trauer, Tränen und immer wieder Herbst.“
Der Germanist Roland Innerhofer in einem Interview über die Aktualität von Norbert C. Kaser: „Was wir in ganz Europa und darüber hinaus nach wie vor beobachten können, ist die Instrumentalisierung einer affirmativen, sterilen ‚Heimatkunst‘ für antidemokratische, autoritäre politische Zwecke. Doron Rabinovicis paradoxe Aussage: ‚Für uns heutzutage ist Heimat der Ort, an dem einem am fremdesten zumute ist‘, trifft auch auf Kaser zu. Die vehemente Kritik an den Südtiroler Zuständen zeugt von einer innigen Verbundenheit: Zuhause ist man an dem Ort, wo man sich für das Verhalten seiner Bewohnerinnen, seiner Landsleute schämt. Für eine solche heimatverbundene und zugleich kritische Haltung ist Kasers Werk, seine polemischen Stellungnahmen inbegriffen, exemplarisch und nach wie vor unverzichtbar.“
Diese Rede ist ergänzt mit zwei Aufsätzen zum Kontext im Innsbrucker HAYMON Verlag erschienen.
Montag,12. Jänner 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
Veranstaltungsreihe im RC – LEBENSGESCHICHTEN:
Berîvan ASLAN und der Kampf um die Freiheit
Berîvan ASLAN ist Juristin, ehemalige Nationalratsabgeordnete und heute Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat. Seit Jahren steht sie an vorderster Front im Einsatz für Menschenrechte, Frauenrechte, Integration und Demokratie.
Aslan wurde in der Türkei als Tochter eines kurdischen Menschenrechts-Aktivisten geboren. Im Gespräch mit dem Journalisten Fred TURNHEIM berichtet sie über prägende Erfahrungen von Rassismus, frauenfeindlicher und ethnisch motivierter Mehrfachdiskriminierung, über Bedrohungen, Polizeischutz und einen vereitelten Attentatsplan.
So verbot eine türkische Mutter in Tirol ihrer kleinen Tochter mit dem „Kurdenmädchen“ zu spielen, ein Schulkollege warf mit der Bemerkung „Da gehörst Du hin“ die kleine Berîvan in eine Mülltonne.
Sie spricht darüber, warum sie trotz all dieser Erfahrungen und Gefahren entschlossen weiterkämpft – für eine offene, gerechte und demokratische Gesellschaft.
Das Podiumsgespäch wird Okto TV als Podcast aufgezeichnet. Bitte rechtszeitig da sein, bitte bereits um 18.45 Uhr da sein.
Mittwoch, 17. Dezember 2025, RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 18 Uhr
AUFMACHER – die Medienrunde lädt vor Jahresende nochmals ein:
Edith MEINHART wird zu Gast sein.
Meinhart ist eine vielfach ausgezeichnete Journalistin, über 20 Jahre arbeitete sie beim profil im Innenressort. 2024 entschied sie, das profil zu verlassen und freiberuflich zu arbeiten. Sie ist Co-Host des von Michael Nikbakhsh gegründeten Investigativ-Podcasts Die Dunkelkammer. Außerdem veröffentlichte sie vor kurzem ein Buch über die Geschichte der Nonnen von Goldenstein.
Mittwoch, 10. Dezember 2025, RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn 18 Uhr
Tränen musst Du nicht weinen – Tränen kannst Du auch lachen
Jüdische Witze und Geschichten – jiddishe Lieder,
mit Lena ROTHSTEIN und Tony SCHOLL
Lena Rothstein und Tony Scholl betrachten kartenspielend die Welt und all das Geschehene und spannen so einen fulminanten Bogen über die Grenzen, durch die verschiedenen Facetten des jüdischen Humors.
In das „goldene Zeitalter“ auf der iberischen Halbinsel, über die Meere, ins ostjüdische Stedtl und in die verschiedensten Stationen der Diaspora, leitet ein wehmütiges, ungebändigtes Lächeln ins grenzenlose Reich des jüdischen Witzes. Auch in der Nazizeit und unter Stalin wurde gelacht, vor allem: was blieb einem anderes übrig?
Tony Scholl gelingt es, durch seine charismatische Erzählweise die jüdischen Witze spannend aufzubauen.
Feinfühlig interpretiert Lena Rothstein in ihrer ganz persönlichen Vortragsweise die jiddishen Lieder.
Musikalisch unterstützt von:
Michael KNEIHS – Piano und
Adula IBN QUADR – Violine
Sehen Sie und hören Sie hier, wo Sie Hörbeispiele anklicken können:
https://www.youtube.com/channel/UCYThDA1jhmAiSDj71kUmMuQ
und www.lenarothstein.at
Donnerstag, 4. Dezember 2025, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
GERICHTSTAG IN CHARKOW
Vom 15. Bis 18. Dezember 1943 fand in der ukrainischen – damals sowjetischen – Stadt Charkow eine Militärgerichtsverhandlung gegen vier deutsche Kriegsverbrecher statt, nachdem das Gebiet und die Stadt Charkow von den Deutschen zurückerobert worden war. Im Zuge dieser Verhandlung kamen ungeheuerliche Greueltaten ans Licht, die deutsche Geheimdienst- und Gestapooffiziere zu verantworten hatten. Im Zuge des ‚Ersten Wiener Lesetheaters und Zweiten Stegreiftheaters‘ lesen Mitglieder aus dem Originalprotkoll, das von dem Schauspieler Manfred Loydolt gesichtet und in leicht gekürzter Form dramaturgisch bearbeitet wurden.
Unter Mitwirkung von den Schauspielern: Xina Ziegler, Manuel Girisch, Claudius Kölz, Manfred Loydolt, Felix und Lukas Millauer, Thomas Neumeister-Macek, Mark Rayal und Thomas Ziegler
Mittwoch, 3. Dezember 2025, im RC, Fischerstiege 1–7, 1010 Wien, Beginn 19 Uhr
TRÄUMEN MIT OFFENEN AUGEN & ALICE UND ICH
Lesung mit musikalischer Intervention
Evelyn HOLLOWAY und Birgit SCHWANER stellen ihre neuen Bücher vor. Nach zwei Lyrikbänden hat Evelyn Holloway 2025 in der Edition Sonnberg ihre gesammelten Essays veröffentlicht. Das thematische Spektrum der kurzen, konzentrierten Abhandlungen umfasst „Das Kind als Ware“ ebenso wie Kafka, Beckett oder die Frage nach der jüdischen Identität in der modernen Literatur. Eine besondere Bedeutung kommt in den Texten dem literarischen Schreiben als Überlebenskunst zu. Dieses Moment spielt auch in Birgit Schwaners Erzählung Alice und ich eine wesentliche Rolle. Das Ende 2024 erschienene Buch handelt von zwei Krebspatientinnen, die sich mit Phantasie und surrealistischem Gedankenspiel gegen Krankheit und Spitalsbetrieb zur Wehr setzen, die Kunst zur (mentalen) Überlebenskunst machen.
Musikalisch bereichert Angelina ERTEL die Doppellesung mit Improvisationen auf der Querflöte.
Evelyn Holloway wurde in Wien geboren und lebt als Dichterin in Wien und St. Ives, Cornwall. Ihre Gedichte wurden in Buchform im Wieser Verlag und in der Edition Sonnberg veröffentlicht, in der auch der heute vorgestellte Essayband erschienen ist.
Birgit Schwaner lebt seit 1984 in Wien. Sie schreibt Hörspiele, Prosa und Essays. „Alice und ich“ ist im Wiener Klever Verlag erschien.
Angelina Ertel studierte klassische Querflöte in Köln, Konzertfach, wandte sich aber bald vermehrt der improvisierten Musik zu und ist seit vielen Jahren in der freien Improszene Wiens aktiv.
Dienstag, 2. Dezember 2025, im RC, Fischerstiege 1-7, R1, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
„Erlaubte Lachkultur“ und „Lachen, um zu überleben“.
„Lachen“ und „Nationalsozialismus“ sind zwei Begriffe, die auf den ersten Blick kaum miteinander zu tun haben. Sieht man jedoch genauer hin, ergeben sich vielfältige Zusammenhänge. Flüsterwitze und erlaubte Lachkultur während der NS-Zeit zum einen, Humor als lebenserhaltendes Mittel im KZ zum anderen. Satirische Darstellungen der NS-Zeit und des österreichischen Mitläufertums wie etwa //Der Herr Karl// (TV-Ausstrahlung 1961) waren ein Skandal, der eine breitenwirksame Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zumindest medial auslöste. Filme wie //Das Leben ist schön// oder //Zug des Lebens//, die sich auch in komischer Form mit den Opfern des Nationalsozialismus bzw. den KZs auseinandersetzen, wurden massiv angegriffen. Die Funktionen von Humor in der NS-Zeit, aber auch in der medialen Auseinandersetzung nach 1945 werden im Vortrag beispielhaft vorgestellt und analysiert.
Brigitte Dalinger, Lehrbeauftragte am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Habilitation 2004, zahlreiche Publikationen, zuletzt: //Der Komplex Mauerbach. Eine Theatersammlung aus „fachmännischem Besitze“ zwischen „Führerbibliothek“ und Mauerbach Benefit Sale//. Wien: Hollitzer 2024. Hg. mit Helmut Neundlinger: Bruno Weinhals, //Die Nacherzählung//. Wien: Edition Atelier, 2025.
www.gedenkdienst.at