Mittwoch, 3. Juni 2026, WIEN MUSEUM, 18.30 – 20 Uhr
40 JAHRE Republikanischer Club – Neues Österreich
Wien Museum, 1040 Wien, Karlsplatz 8
Nestbeschmutzer. Streitkultur. Demokratie.
Podium: Ruth BECKERMANN, Andreas KRANEBITTER, Doron RABINOVICI, Ruth WODAK.
Moderation und Aufnahme für den FALTER: Raimund LÖW
Dienstag, 16. Juni 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 18.30 Uhr
FILMABEND im RC
“TURL, der Widerständige, und sein Kreis. Antifaschistischer Widerstand 1933–1945”
(ca 50 Minuten, Medienbearbeitung: Verein KunstPlatzl, 2025, akt. Sonja u. Martin Frank, Mai 2026)
Einleitende Worte: Sonja FRANK
Der Film behandelt das Leben von Arthur ‚Turl‘ Schnierer (1913–1945), der in der Leopoldstadt geboren wurde und am 26. Juni 2026 seinen 113. Geburtstag hätte.
Er wirkte im Widerstand in Österreich, Belgien, Frankreich. Er überlebte Internierungslager in Frankreich, später die KZ-Lager Auschwitz und Buchenwald und starb wenige Monate nach der Rückkehr im befreiten Österreich an den Folgen der KZ-Inhaftierungen.
Ein Freundeskreis von engagierten Personen hat bereits vor der Wahl zu Debatten, u.a. zweimal in den Republikanischen Club, zuletzt am 22.9.2017, zum Thema „bündnisfähige „Mitte-Links“ Vorstellungen zur Reform der EU“ eingeladen, um Perspektiven und Allianzen jenseits einer rechten Politik auszuloten. Das Diskussionspapier der SP auf dem Weg zu einem neuen Parteiprogramm https://zukunftsprogramm.at/ ist der Anstoß für ein weiteren gemeinsamen Gesprächsabend.
Eva HOLZMAIR schildert in ihrer Erzählung das Leben von Loni, einer einfachen Frau aus dem Weinviertel, aufgewachsen noch in der Monarchie, die sich trotz bitterer Armut in ihrer Jugend große Menschlichkeit und Mitgefühl bewahren konnte.
Eva HOLZMAIR hat zahlreiche Erzählungen sowie Kriminalromane und ein Theaterstück veröffentlicht und ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Die Erzählung “Der Beichtgang” stammt aus dem Erzähl-band “Heimkommen” (2014).
Bruno SCHERNHAMMER liest aus seinem Roman „Und alle winkten. Im Schatten der Autobahn“
Bruno SCHERNHAMMERS Roman beruht auf dem Studium der Fakten und eigener Erfahrung. Die Fakten entfalten hier all ihre Energie, die Legenden um den Bau der Reichsautobahnen in der NS-Zeit und um deren Weiterführung in der Zeit danach ins richtige Licht zu rücken.
Claudia ERDHEIMS erster Roman „Bist du wahnsinnig geworden?“ erschien vor 34 Jahren und wurde nun vom Czernin Verlag neu aufgelegt. Erzählt wird eine Kindheit im Wien der 50er Jahre. Die Mutter Psychoanalytikerin, Kommunistin mit jüdischen Wurzeln, zieht ihre beiden Töchter allein ohne Vater auf. Sie ist eigensinnig, dominant, aber auch unkonventionell. Mit Witz und Komik wird eine eigentlich traurige Kindheit erzählt. Aber es ist auch ein Porträt einer Stadt, einer Zeit und einer ganzen Generation.
Claudia ERDHEIM, geboren 1945, studierte Logik und Philosophie, war Lektorin für Logik an der Universität Wien. Seit ihrem ersten Roman 1984 freie Schriftstellerin. U.a. erschienen „Früher war alles besser. Geschichten aus Rußland“ (2000), „Längst nicht mehr koscher“ (2006), „In der Judenstadt“ (2015) u.v.m.
Buchpräsentation mit Lesung und Liedern von und mit
Luis STABAUER und
Kurt WINTERSTEIN
Luis STABAUER hat ein literarisches Zeitgeschichte-Dokument geschrieben:
Der NS Arzt Heinrich Gross und die „Euthanasie“ am Spiegelgrund sind insofern historischer Hintergrund, als hinter einer der beiden Hauptpersonen Friedrich Zawrel liegt. Hinter der zweiten Person liegt eine noch lebende Zeitzeugin, deren Vater von den Nazis 1943 geköpft wurde. Beide behalten sich als Ernst und Franzi ihr Engagement bis ins hohe Alter, sie nehmen auch die Gefahren der neuen Rechten ernst und treten dagegen auf. Der Großteil des Romans handelt im alten und neuen Ottakring.
Luis STABAUER und Kurt WINTERSTEIN haben dazu ein Programm entwickelt, in dem die Inhalte des Buches mit Liedern unterstrichen werden.
Stephan OZSVÁTH, Journalist, ehem. Südosteuropa-Korrespondent der ARD und Autor des Buches „Puszta-Populismus. Viktor Orbán – ein europäischer Störfall?“
Annemarie SCHLACK, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Moderation:
Gerhard MARCHL, Karl-Renner-Institut, Abteilung Europäische Politik
Am 8. April wählt die ungarische Bevölkerung ein neues Parlament. Nicht zuletzt dank des mehrheitsfördernden Wahlrechts könnte die Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán erneut eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordnetensitze erreichen. Orbán ist bereits seit 2010 durchgehend an der Macht und hat dem Land seinen Stempel aufgedrückt. Die ungarische Spielart des Populismus ist geprägt von Sündenbock-Politik, Korruption und Vetternwirtschaft, der Diskriminierung von Minderheiten und MigrantInnen, der Gleichschaltung der Medien sowie Einschränkung der Menschenrechte. Wie weit ist Ungarn bereits auf dem Weg zu einer illiberalen Demokratie fortgeschritten?
Maria LAZAR kam aus einer jüdisch-großbürgerlichen Wiener Familie. Erst 1930, unter ihrem Pseudonym Esther Grenen, stellt sich der literarische Erfolg ein, der allerdings durch Hitlers Machtergreifung ein jähes Ende findet. Sie verlässt 1933 mit ihrer Tochter Österreich und geht zuerst, gemeinsam mit der Familie Bert Brechts, nach Dänemark und flüchtet 1939 nach Schweden. Sie scheidet 1948, nach einer unheilbaren Krankheit, freiwillig aus dem Leben.
Völlig zu Unrecht ist diese facettenreiche Schriftstellerin heute kaum noch Fachleuten ein Begriff. „Frauen lesen Frauen“ nehmen sich nun dieser einzigartigen österreichischen Schriftstellerin an und lesen aus dem Widerstandsroman: „Die Eingeborenen von Maria Blut.“
Alexander EMANUELY (RC) wird dazu einführende Worte sprechen.
Louise MICHEL (1830–1905), die Ikone der Pariser Kommune 1871.Ihr Mut im Kampf, ihre Unerschrockenheit vor Gericht sind legendär. Verurteilt zur Deportation nach Neukaledonien, suchte Louise Michel Kontakt mit der indigenen Bevölkerung. Sie erlernte die Sprache der Kanak und vermittelte in zwei Schriften deren Mythen und Kultur. Bis zu ihrem Tod blieb die Insel für sie Sehnsuchtsort. Obwohl Louise Michel keine Gelegenheit ausgelassen hat, im Kampf zu sterben, erreichte sie ein hohes Alter.
Eva GEBER hat einen biographischen Roman geschrieben. Dafür hat sie dem fiktiven Monolog Louise Michels über ihr bewegtes Leben zugehört und ihn entlang der historischen Tatsachen aufgezeichnet. Für das Kapitel der Deportation hat die Autorin die Legenden der Indigenen, wie sie von Michel aufgeschrieben wurden, erstmals ins Deutsche übertragen.
Rumänisches Roulette ist eine spannende Reise in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Europas, in welchem Geschichte und Geschichten sich ineinander verweben und wo die Lieder und Erzählungen, die Empfindungen und Erinnerungen keine Grenzen kennen.
„Vieles in diesem Siebenbürgen, im Europa meiner Kindheit, war grau. Es mangelte an fast allem, auch in meiner Familie. Nur nicht an Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Fröhlichkeit – trotz allem. Dadurch wurde es für mich bunt. Und so ist es auch heute noch.“ (Mercedes Echerer)
Mercedes ECHERER, Schauspielerin, Interpretin, Moderatorin und früheres Mitglied des Europäischen Parlaments, folgt auf ihrer neuen CD „Rumänisches Roulette“ den Spuren der eigenen Kindheit und lässt in einem Reigen aus Liedern, Szenen und Geschichten die unterschiedlichen Kulturen und Identitäten ihrer europäischen Heimat aufleben
LICRA – Ligue Internationale Contre le Racisme et l'Antisémitisme – Österreich Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus 1010 Wien, Rockhgasse 1 www.repclub.at/licra licra.oesterreich2(AT)gmail.com Die LICRA in Österreich Die Mutterorganisation wurde 1928 in Paris gegründet, damals noch mit dem Namen LICA (Ligue Internationale Contre l’Antisémitisme), und zwar zu einer Zeit, in der Antisemitismus in Europa […]