Mittwoch, 24. Juni 2026, im RC, Fischerstiege 1–7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
The Rivers of Babylon und Ambient Antisemitism
Helene MAIMANN und Alexia WEISS
sprechen über ihre Beiträge in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Zwischenwelt
Präsentation der Zeitschrift Zwischenwelt (Nr. 2/2026) der Theodor Kramer Gesellschaft
Mit: Helene MAIMANN, Peter ROESSLER, Alexia WEISS, Marianne WINDSPERGER.
In der neuen Ausgabe der Zwischenwelt finden sich u.a. ein Beitrag von Bruno Schernhammer über die verschwiegene NS-Euthanasie in seinem Heimatort Vorchdorf, ein Interview von Marianne Windsperger mit Wolfgang Schellenbacher über eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien, welche die latente Angst vor Antisemitismus des Holocaustüberlebenden Emmerich Grünwald im Nachkriegsösterreich in Form einer selbst eingerichteten „Fluchtstube“ zeigt. Martin Krist schreibt über Österreichische Literaturempfehlungen vor dem „Anschluss“, Sabine Baumann stellt den Exilanten, Presseoffizier, Übersetzer, Literat Ernest Meyer (Pseud. Jean Salvard, 1908–1994) vor, Peter Paul Wiplinger ist mit einer Rede vertreten. Und wie immer enthält die Ausgabe mit einem Romanauszug von Nathalie Rouanet oder Gedichten von Richard Schuberth auch zahlreiche literarische Beiträge.
Bei der Präsentation der Ausgabe werden die Beiträge von Helene Maimann und Alexia Weiss im Zentrum stehen:
Der Bericht der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien für das Jahr 2025 ist in vielerlei Hinsichten überaus beunruhigend. Alexia Weiss hat den Bericht analysiert und beobachtet den steigenden Antisemitismus und damit einhergehende Phänomene und Entwicklungen sehr aufmerksam: „Die Grenze dessen, was von Betroffenen als unerträglich wahrgenommen wird, schraubt sich beständig in die Höhe – vieles, worüber man sich noch vor ein paar Jahren alteriert hätte, wird heute als Normalität wahrgenommen und daher auch nicht mehr gemeldet. Das ist ebenso beunruhigend wie die Zahl und Art der Vorfälle, die gemeldet wurden“, schreibt Alexia Weiss.
„Seit Boney M. hatte eine ganze Generation kein Problem mit dem inzwischen verpönten Wort Zion. In den letzten Jahren hat es eine krasse Umdeutung erfahren. Ich würde am liebsten The Rivers of Babylon jenen gedanken- und geschichtslosen Leuten in die Ohren blasen, die heute statt Juden lieber ‚Zionisten‘ sagen und beide mit Schimpf und Schande bedecken“, schreibt Helene Maimann in ihrem Beitrag. Ausgehend vom Psalm 137, 1–4 und dem bekannten Lied von Boney M. führt sie uns Jahrtausende zurück ins Zwischenstromland, um über ihre persönliche Familiengeschichte wieder in der Gegenwart anzukommen.
