Dienstag, 19. Mai 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn 19 Uhr
Lager der Entnazifizierung oder „Rote KZ“ – Deutungskämpfe um die sowjetischen Speziallager in Deutschland 1945–1950
Eine Veranstaltung des www.gedenkdienst.at
Die sowjetischen Speziallager – etwa das Speziallager Nr. 7/1 in Sachsenhausen – waren Orte von Internierung, Hunger, Krankheit und Tod. Seit den 1940er Jahren wurden sie im Zeichen von Antikommunismus und Totalitarismustheorie manchmal als „rote Konzentrationslager“ bezeichnet… Sie fügten sich in politische Erinnerungskonflikte und einen dominanten Opferdiskurs der postfaschistischen deutschen Gesellschaften ein, der Deutsche als Opfer von Krieg und Vertreibung präsentierte und Bedürfnisse nach Schuldabwehr bediente.
Der Vortrag analysiert diese geschichts- und memorialpolitischen Kontroversen zeigt zudem, wie postfaschistische Denk- und Deutungsmuster fortwirkten und sich unter anderem in rechtsextremen Netzwerken in SBZ und DDR manifestierten. Es zeigt sich ein Wandel in der Neonaziszene: Eine neue Generation rechtsextremistischer Jugendlicher, die öffentliche Raumnahme und Gewalt nicht scheut.
Vortragender: Enrico HEITZER (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten).
