Republikanischer Club - neues Österreich

Dienstag, 16. Juni 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 18.30 Uhr

FILMABEND im RC

“TURL, der Widerständige, und sein Kreis. Antifaschistischer Widerstand 1933–1945”

(ca 50 Minuten, Medienbearbeitung: Verein KunstPlatzl, 2025, akt. Sonja u. Martin Frank, Mai 2026) 

Einleitende Worte: Sonja FRANK

Der gleichnamige Ausstellungskatalog zum Film (limitierte Auflage, Theodor Kramer Gesellschaft) wurde zum Turls 80. Todestag am 6. Okt. 2025 in Wien präsentiert.

Der Film behandelt das Leben von Arthur ‚Turl‘ Schnierer (1913–1945), der in der Leopoldstadt geboren wurde und am 16. Juni 2026 seinen 113. Geburtstag hätte.

Turl Schnierer leistete mit seinem Freundeskreis einen großen Beitrag im Kampf gegen das NS-Regime für die Befreiung der besetzten Länder im Zweiten Weltkrieg. Er wirkte im Widerstand in Österreich, Belgien, Frankreich. Er überlebte Internierungslager in Frankreich, später die KZ-Lager Auschwitz und Buchenwald und starb wenige Monate nach der Rückkehr im befreiten Österreich an den Folgen der KZ-Inhaftierungen.

Zu seinen Freunden zählten die NS-hingerichteten WiderstandskämpferInnen Alfred Rabofsky, Walter Kämpf und Hedy Urach. Weiters der Großvater Ludwig Grossmann, der Autorin und Herausgeberin Sonja Frank. Außerdem der KZ Überlebende und Gründer des KZ-Verbandes Erich Fein. Der Film behandelt auch Erinnerungsorte wie jenen Gedenkstein “Steine der Erinnerung” für Turls Familie und u.a. den Gedenkort im Wiener Landesgericht, wo seine Freunde von den Nationalsozialisten geköpft wurden.

Zu Turls näheren Widerstandskreis zählten u.a.:

Renée Bromberg. geb. Schnierer. 1919-2015. Turls Schwester

Geboren Leopoldstadt, Rote Falken, Antifa. Mittelschülerverband, KJVÖ in Wien, 1936 wegen polit. Aktivitäten verhaftet und von der Schule verwiesen. 1937 unterstützte ihre Cousine Lotte im Spanienkomitee in Paris, 1938 nach GB, im Briefkontakt mit ihrem Bruder im 2.WK, Domestic servant in GB, befreundet mit Young Austria-Gründern, YA-Mitglied (YA = Young Austria, antifaschistische ö. Exiljugendorganisation), Ehe mit Kurt Bromberg (YA-Haus- und Hoffotograf). Woman War Worker f. d. Brit. Army. Nach 1945: Sekretärin, 1 Tochter Linda (geb. 1947 London/verst. Mai 2026 London).

Lotte Bindel-Hümbelin. geb, Bindel. 1909–2008. Turls Cousine

Widerstandskämpferin in Österreich, KPÖ-Arbeit vor dem Krieg in Prag und Moskau, später im Spanienkomitee für Interbrigadisten in Paris, Free Austrian Movement Briefkontakt zu Turl im 2. WK, 1939 heirateten Alfred ‚Fred‘ Hümbelin und Lotte in London, sie zogen in die Schweiz.
Nach 1945 u.a.: Therapeutin für die heilpädagogische Beratungsstelle der Universität Zürich, Autorin. 1 Sohn Karl.

Gusti Neumeier, geb. Auguste Krammel, gesch. Bailly. 1915–1976
Turls Partnerin in Ö. u. Belgien

Donnerstag, 18. Juni 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr

Das 1. Wiener Lesetheater präsentiert:

„Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände“

 Franz Grillparzers Reise nach Konstantinopel und Athen

Dass er ausgerechnet in Athen in die Wirren einer Revolution geraten würde, das konnte der 52jährige Franz Grillparzer bei seiner Abreise aus Wien Ende August 1843 nicht wissen. Aber er ahnte insgesamt noch nicht, wie wenig Erfreuliches ihm diese Reise bescheren würde. In seinen Tagebuch-Aufzeichnungen beschreibt er seine Reiseerlebnisse detailreich und lässt uns mitleiden.

Mit: Sigrid FARBER, Heidi HAGL (Organisation, Textzusammenstellung), Traude KOROSA, Susanna C. SCHWARZ-ASCHNER

 

Mittwoch, 24. Juni 2026, im RC, Fischerstiege 1–7, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr

 

The Rivers of Babylon und Ambient Antisemitism

Helene MAIMANN und Alexia WEISS

sprechen über ihre Beiträge in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Zwischenwelt

Präsentation der Zeitschrift Zwischenwelt (Nr. 2/2026) der Theodor Kramer Gesellschaft

Mit: Helene MAIMANN, Peter ROESSLER, Alexia WEISS, Marianne WINDSPERGER.

In der neuen Ausgabe der Zwischenwelt finden sich u.a. ein Beitrag von Bruno Schernhammer über die verschwiegene NS-Euthanasie in seinem Heimatort Vorchdorf, ein Interview von Marianne Windsperger mit Wolfgang Schellenbacher über eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien, welche die latente Angst vor Antisemitismus des Holocaustüberlebenden Emmerich Grünwald im Nachkriegsösterreich in Form einer selbst eingerichteten „Fluchtstube“ zeigt. Martin Krist schreibt über Österreichische Literaturempfehlungen vor dem „Anschluss“, Sabine Baumann stellt den Exilanten, Presseoffizier, Übersetzer, Literat Ernest Meyer (Pseud. Jean Salvard, 1908–1994) vor, Peter Paul Wiplinger ist mit einer Rede vertreten. Und wie immer enthält die Ausgabe mit einem Romanauszug von Nathalie Rouanet oder Gedichten von Richard Schuberth auch zahlreiche literarische Beiträge.

Bei der Präsentation der Ausgabe werden die Beiträge von Helene Maimann und Alexia Weiss im Zentrum stehen:

Der Bericht der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien für das Jahr 2025 ist in vielerlei Hinsichten überaus beunruhigend. Alexia Weiss hat den Bericht analysiert und beobachtet den steigenden Antisemitismus und damit einhergehende Phänomene und Entwicklungen sehr aufmerksam: „Die Grenze dessen, was von Betroffenen als unerträglich wahrgenommen wird, schraubt sich beständig in die Höhe – vieles, worüber man sich noch vor ein paar Jahren alteriert hätte, wird heute als Normalität wahrgenommen und daher auch nicht mehr gemeldet. Das ist ebenso beunruhigend wie die Zahl und Art der Vorfälle, die gemeldet wurden“, schreibt Alexia Weiss.

„Seit Boney M. hatte eine ganze Generation kein Problem mit dem inzwischen verpönten Wort Zion. In den letzten Jahren hat es eine krasse Umdeutung erfahren. Ich würde am liebsten The Rivers of Babylon jenen gedanken- und geschichtslosen Leuten in die Ohren blasen, die heute statt Juden lieber ‚Zionisten‘ sagen und beide mit Schimpf und Schande bedecken“, schreibt Helene Maimann in ihrem Beitrag. Ausgehend vom Psalm 137, 1–4 und dem bekannten Lied von Boney M. führt sie uns Jahrtausende zurück ins Zwischenstromland, um über ihre persönliche Familiengeschichte wieder in der Gegenwart anzukommen.

PODIUM Sommerlesereihe im Juli im RC

 

33. Sommerlesereihe des Literaturkreises PODIUM zum Thema MENSCH : NATUR

 

PROGRAMM

Es lesen aus eigenen Werken:

 

Mittwoch, den 1.7., 19 Uhr 30

Annett Krendlesberger, Hannes Vyoral

 

Montag, den 6.7., 19 Uhr 30

Margret Kreidl, Lucas Cejpek­

 

Mittwoch, den 8.7., 19 Uhr 30

Reinhard Wegerth, Claudia Bitter

 

Montag, den 13.7., 19 Uhr 30

Angelika Stallhofer, Sascha Wittmann

 

Mittwoch, den 15.7., 19 Uhr 30

Tobias March,  Beatrice Simonsen

 

Montag, den 20.7., 19 Uhr 30

Christian Katt, Amos Rüf

 

Mittwoch, den 22.7., 19 Uhr 30

Michael Hammerschmid, Isabella Breier

Das 21. Jahrhunderts wird oft als „Anthropozän“ bezeichnet: als das Zeitalter, in dem die Menschheit zum Faktor für die Entwicklung der Erdgeschichte geworden ist. Durch die Auswirkungen der Industrialisierung, ungebremsten Rohstoffabbau, Umweltverschmutzung usw. haben wir mittlerweile so stark in die geologischen, biologischen, klimatischen Abläufe auf unserem Planeten eingegriffen (und tun dies weiter und weiter), dass die Zukunft zunehmend düster aussieht. Mit diesem Wissen zu schreiben, Literatur zu produzieren – die wie jede Kunst letztlich auf dem „Prinzip Hoffnung“ aufbaut –, fällt nicht leicht. Ob Dystopie oder Nature-Writing, ob Prosa, Lyrik oder Essay, Science Fiction oder Landschaftsgedicht: Die im Rahmen der Sommerlesereihe an sieben Abenden von vierzehn Autor:innen präsentierten Texte zum komplexen Thema „Mensch : Natur“ berühren grundlegende, existentielle Fragen ebenso wie die Problematik pauschaler politischer oder sozialer Zuschreibungen (beispielsweise die in patriarchalen Gesellschaften gängige Konnotation von „weiblich“ mit z.B. „naturnah, chaotisch, irrational“). Literatur vermag neue Perspektiven aufzuzeigen und alte zu vergegenwärtigen: Lassen Sie sich überraschen! 

 

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