Dienstag, 22. September 2026, im RC, Fischerstiege 1-7, Gassenlokal, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
SCHWINDELFREI
Käthe KRATZ
Anlässlich der Veröffentlichung des Buches SCHWINDELFREI von Käthe KRATZ (Elster & Salis, Wien, Herbst 2026) lädt der RC zur Buchpräsentation und Lesung ein:
mit der Autorin und Filmemacherin: Käthe KRATZ
Eine persönliche Chronik, die gleichzeitig eine kollektive Geschichte erzählt und die Parole der Frauenbewegung „Das Private ist politisch“ greifbar macht.
Käthe Kratz, 1947 in Salzburg geboren, ist eine Filmemacherin und Autorin. Sie studierte als erste Frau Regie an der Filmakademie Wien und war die erste weibliche TV-Spielfilmregisseurin Österreichs. Mit ihrer Arbeit legte sie einen Grundstein für das zeitgenössische feministische Filmschaffen.
Moderation: Sibylle Summer (Sprecherin RC)
„Ein Werk, das persönliche Erinnerung, Erzählung und Zeitgeschichte in literarisch verdichteter Form darstellt. Ein Abend für alle, die Literatur lieben, die österreichische Zeitgeschichte verstehen wollen – und für alle, die wissen, wie viel Mut es braucht, schwindelfrei durchs Leben zu gehen.“ (Beatrix Binder, VHS Meidling)
Montag, 21. September 2026, im RC, Fischerstiege 1, 1010 Wien, Beginn: 19 Uhr
Reinhold ECKFELDs Bericht & The Eckfeld Records Theodor Kramer Gesellschaft
Es lesen Martin KRIST und Tonia ECKFELD, die Tochter Reinhold Eckfelds:
- Reinhold Eckfelds Bericht. Vom Novemberpogrom bis zur Flucht aus Wien. Hrsg. v. Martin Krist. Wien 2024.
- Tonia Eckfeld, No One Knows. The Eckfeld Records: Inside the Dunera Story. Clayton, Victoria, Australia 2024.
Reinhold Eckfeld wurde 1938 als Jugendlicher vom Schulunterricht ausgeschlossen. Er war einer von 104 jüdischen oder für die Nationalsozialisten als jüdisch geltenden Schülern eines Wiener Gymnasiums. In seinem Augenzeugenbericht schildert Reinhold Eckfeld den Judenhass und die Gewalt während der Novemberpogrome, als er misshandelt wurde.
Auf der Flucht, die ihn nach Australien brachte, schrieb er 1940 nieder, was er in Wien erlebt hat.
Was diesen Bericht so wertvoll macht, ist Reinhold Eckfelds genaue Beobachtung und schriftliche Festlegung von Begegnungen mit nationalsozialistischen Beamten, alles Österreicher, den Schikanen bei der Beschaffung aller Dokumente und Formulare, die für eine Emigration notwendig waren, und die exakte Schilderung von Gesprächen in den Schlangen vor den Schaltern, die die Verzweiflung der dort Wartenden widerspiegeln.
Er erwähnt aber auch die kleinen Überbleibsel von Unentschiedenheit im Verhalten derer, die ihn oder seine Angehörigen kannten und noch zwischen Opportunismus und schlechtem Gewissen – oder zwischen Hass, Teilnahmslosigkeit und Scham – schwankten.