Republikanischer Club - neues Österreich

Mittwoch, 27. September 2017, 18:30 (!!!) Uhr, im RC:

 

EXIL IN DER ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT

Im Rahmen der Marie Jahoda Summer School*

Podiumsdiskussion mit

Hazel ROSENSTRAUCH,

Ana MIJIĆ,

Ljiljana RADONIĆ,

Ilker ATAÇ.

Die Erfahrung von Exil – als möglicher Ausdruck erzwungener Migration, von Flucht, Vertreibung, Verfolgung oder Deportation – ist inhärenter Aspekt der österreichischen Gesellschaft. Wo wird in Österreich Exilerfahrung sichtbar, historisch und gegenwärtig und mit Verweis auf die Zukunft? Und welche Erfahrungen von Exil werden unsichtbar gemacht? Wie lässt sich Exil verstehen, auch in Abgrenzung und Überschneidung zu anderen Formen der Migration? Welches Spannungsfeld ergibt sich zwischen Exilgedächtnis und dominantem Gedächtnis? Und wie verändert sich der Zusammenhang von Exil und Gedächtnis im Zeitverlauf und Generationswechsel?

 

* Nähere Informationen zur Maria Jahoda Summer School: https://www.soz.univie.ac.at/marie-jahoda-summer-school-2017/

 

Dienstag, 26. September 2017, 19 Uhr, im RC:

 

DAS AUSTROFASCHISTISCHE ÖSTERREICH 1933-1938

Emmerich TÁLOS unter Mitarbeit von Florian WENNINGER

Politik und Zeitgeschichte, Bd. 10, Wien: Lit Verlag, 2017

Buchpräsentation und Diskussion mit den Autoren und Wissenschaftern: Emmerich TÁLOS und Florian WENNINGER. Moderation: Linda ERKER.

Wirtschaftliche und soziale Probleme führten in Österreich zu Beginn der 1930er zu einer massiven Verschärfung der politischen Gegensätze. In weiterer Folge kam es zu tiefreichenden Veränderungen. An Stelle der demokratischen Republik wurde eine eigene Variante des Faschismus etabliert: der Austrofaschismus.

Nach zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen legt der Autor unter Mitarbeit von Florian Wenninger eine Darstellung für einen breiteren Kreis vor: die Gesamtentwicklung bis zum "Anschluss" 1938, Akteure und Trägergruppen, interessengeleitete inhaltliche Um- und Neugestaltung wichtiger Politikbereiche bis hin zur Verankerung in der Bevölkerung und zu den bedeutsamen Beziehungen zum italienischen und deutschen Faschismus. Ferner wird die österreichische Entwicklung in den europäischen Kontext politischer Umbrüche eingebettet, für die der italienische Faschismus vielfach Vorbild war.

Emmerich TÁLOS, bis 2009 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Wien.

Florian WENNINGER, Politologe und Historiker, Assistent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Emmerich TÁLOS unter Mitarbeit von Florian WENNINGER, Das austrofaschiistische Österreich 1933-1938, Politik und Zeitgeschichte, Bd. 10, 19,80 €, br, ISBN 978-3-643-50814-0 LIT Verlag GmbH & Co. KG, Wien – Zürich Garnisongasse 1/19 1090 Wien.

 

 

Freitag, 22. September 2017, 18 Uhr, im RC:

 

BÜNDNISFÄHIGE "MITTE-LINKS" VORSTELLUNGEN ZUR REFORM DER EU?

Der Freundeskreis "Allianzen gegen Rechts“* lädt zum 3. Themenabend ein. Nach Fragen der Verteilungsgerechtigkeit sowie einer realistischen und menschenwürdigen Migrationspolitik widmet sich diese Debatte einer möglichen ‚EU-Neu’ in Zeiten der Globalisierung und Re-Nationalisierung. Gibt es politischen Reform-Konsens zwischen SP, Grün und Liberal angesichts der Finanz- und Eurokrise, substantieller Migration, des Wunsches nach mehr Demokratie sowie des Rufs nach wirtschaftlicher, sozialer und öffentlicher Sicherheit?

Diskutiert werden 3 Themenkomplexe:
- Die soziale/wirtschaftliche Dimension,
- Innere und äußerer Sicherheit; EU Außenpolitik,
- Demokratiereform auf der Ebene der EU und der Mitgliedsländer.

Es diskutieren:

Hannes SWOBODA (ehem. Abgeordneter und Vorsitzender der SP Fraktion im Europaparlament),

Ulrike LUNACEK (Spitzenkandidatin der Grünen, Vizepräsidentin EP),

Angelika MLINAR (Europaabgeordnete NEOS).

Moderation: Robert MISIK (Journalist und Buchautor).

 

* Für den Freundeskreis „Allianzen gegen Rechts“: u.a. Christine STROMBERGER, Gottfried WAGNER, Anton DOBART, Helmut BACHMANN

 

 

Mittwoch, 13. September 2017, 19 Uhr, im RC:

 

ANTISEMITISMUS UND ANTIFEMINISMUS IN DER FPÖ

Vortragsabend mit: Heribert SCHIEDEL und Karin STÖGNER

Heribert SCHIEDEL spricht zum Thema: Freiheitlicher Antisemitismus: Verleugnet und oft unerkannt

Mit seinem antisemitischen Kelsen-Kohn-Kalauer hat Johannes Hübner einmal mehr deutlich gemacht, welches Gedankengut in der FPÖ, im "Dritten Lager", nach wie vor gedeiht. Der freiheitliche Antisemitismus ist demnach kein Beiwerk der Agitation, sondern in die Programmatik – und hier vor allem im Bekenntnis zur (deutschen) Volksgemeinschaft – eingeschrieben. Mit ihrem demonstrativen Bekenntnissen zu Israel und seiner Sicherheit versucht die FPÖ seit 2010, von dieser Tatsache und den zahllosen antisemitischen „Einzelfällen“ abzulenken. Leider mit Erfolg, viel zu wenige sind heute noch bereit und fähig, den – oft auch codierten – Antisemitismus aus den Reihen der Freiheitlichen zu erkennen und als das zu bezeichnen, was er ist – ein Skandal, der durch eine etwaige Regierungsbeteiligung dieser Partei noch vergrößert wird.

Das Thema von Karin STÖGNER ist: Dafür umso offener – der Antifeminismus in der FPÖ

Eine Ideologie kommt selten allein, und das trifft auf die FPÖ in besonderem Maße zu. Anknüpfend an Heribert SCHIEDELS Ausführungen über den Antisemitismus wird Karin STÖGNER auf den Antifeminismus in der FPÖ eingehen und dabei die zentrale Rolle herausarbeiten, die diese Ideologie für die Aufrechterhaltung der "nationalen Gemeinschaft" und der einheitlichen und eindeutigen kulturellen Identität spielt. Traditionelle Geschlechterbilder, insbesondere die Rolle der Frau als Mutter, werden von der FPÖ strategisch in Stellung gebracht, um Emanzipationsbestrebungen, Feminismus und sexuelle Befreiung als „Gender-Wahnsinn“ zu dämonisieren, deren Ziel nichts anderes als die Auflösung der nationalen Identität sei. Mit solchem Verschwörungspotential versehen, übernimmt der Antigenderismus eine spezifische Funktion in der rechten Ideologie und erweist sich als systemverwandt mit dem Antisemitismus. In dem Vortrag wird es auch darum gehen, das Verhältnis von Antifeminismus, Nationalismus und Antisemitismus in der FPÖ nachzuzuzeichnen.

Karin STÖGNER, Soziologin und Historikerin, lehrt und forscht an der Universität Wien und ab Oktober 2017 an der Hebrew University of Jerusalem.

Heribert SCHIEDEL und Karin STÖGNER sind Co-Autor_innen des Bandes „AfD und FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder“, hg. von Stephan GRIGAT (Nomos 2017)

http://www.nomos-shop.de/Grigat-AfD-FPÖ/productview.aspx?product=28904

 

FIPU BLOG Beitrag von Heribert SCHIEDEL im Standard, 13.09.2017: http://derstandard.at/2000063919322/Die-FPOe-und-der-freiheitliche-Antisemitismus

 

Freitag, 8. September 2017, 19 Uhr, im RC:

 

STILLE MACHTERGREIFUNG – HOFER, STRACHE UND DIE BURSCHENSCHAFTEN
Von Hans-Henning SCHARSACH (Verlag Kremayr & Scheriau 2017)

Brisante Enthüllungen: Burschenschaften und ihre FPÖ-Verbindungen.

Buchpräsentationen und Diskussion mit dem Autor: Hans-Henning SCHARSACH

Begrüßung und Moderation: Doron RABINOVICI

Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg. Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern. Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein. Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt. Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen.

Hans-Henning SCHARSACH war langjähriger Leiter der Auslandsressorts von „Kurier“ und „News“ und ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Zu seinen Büchern zählen die Bestseller „Haiders Kampf“, „Haiders Clan“, „Europas Populisten“ und „Die Ärzte der Nazis“ und "Strache – im braunen Sumpf".

http://www.kremayr-scheriau.at/aktuelles/veranstaltungen/buchprasentation-hans-henning-scharsach-stille-machtergreifung–VAL3Mk

 

Hinweis: Der neue Roman von Doron RABINOVICI „Die Außerirdischen“ ist Anfang August im Suhrkamp Verlag erschienen. Näheres dazu siehe: http://www.suhrkamp.de/buecher/die_ausserirdischen-doron_rabinovici_42761.html

 

RADIO ATTAC, Sendung vom 11.09.2017 von Gerhard GUTSCHI: https://cba.fro.at/348779

 

 

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