Dienstag, 21. April 2009, 19 Uhr, im RC
ZWANGARBEIT AUF 2950 METERN SEEHÖHE
Das Molybdänbergwerk Vals–Alpeinerscharte 1941–1945
Ein Vortrag mit Fotos und Dokumenten von Matthias BREIT
Moderation: Ute BAUER
Am Ende des Tiroler Valsterals findet man in einem Gebiet, das sich über zwei Berggipfel kilometerweit erstreckt, Spuren einer kompletten Bergwerksanlage: Abbaustollen, Erzseilbahn und Aufbereitung. Errichtet hatten sie Kriegsgefangene, Zwangs- und Fremdarbeiter aus Italien, Frankreich, Jugoslawien und der Sowjetunion. Unter dem Kommando der deutschen Wehrmacht sollte diese Anlage das kriegswichtige Edelmetall Molybdän liefern. Möglich war dieser Bergbau nur durch den Einsatz von Zwangsarbeitern. Molybdän jedoch wurde im Valsertal niemals gefördert. Bei den Recherchen zum Molybdänbergbau im Valsertal 1941–1945 sind im vergangenen Jahr rund 600 Fotos von Begehungen der weitläufigen Anlagen aufgetaucht. Es handelt sich um eine Fotoserie, mit der über die gesamte Bauzeit der Fortgang der Arbeiten auf den zahlreichen Baustellen zwischen Innervals bis hinauf unter die Alpeiner Scharte festgehalten wurde.
Die Fotos zeigen erstmals die Barackenlager, in denen die seit Mai 1942 in Vals eintreffenden Zwangsarbeiter gelebt haben, sowie die hochalpinen Baustellen, auf denen sie arbeiten mussten.
